ESG in der Sozialwirtschaft: Ein pragmatischer Ansatz für Sustainable Finance

Shownotes

Der ESG-Backlash ist für Joachim Fröhlich nicht das Ende von Sustainable Finance. Das Vorstandsmitglied der Evangelischen Bank in Kassel sieht vielmehr eine neue Phase in der Nachhaltigkeitsdiskussion gekommen. „Ich glaube, es ist ein Problem, dass eine gewisse Blase sich dieses Themas angenommen hat und dann gedacht hat: Das ist das, was alle denken“, sagt Fröhlich im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung. Manchmal sei ein „reinigendes Gewitter“ hilfreich.

Als Betriebswirt treffe man eine einfache, rationale Entscheidung: „Der Klimawandel geht mit Risiken einher für mein ökonomisches Handeln. Da muss ich was für tun. Und wenn ich die Risiken nicht analysiere, wenn ich sie nicht bewerte, und wenn ich mich nicht vorbereite, dann werden sie irgendwann bei mir wahrscheinlich schlagend werden.“

Gerade in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die zur Kernklientel der Evangelischen Bank zählt, prallen regulatorische Vorgaben allerdings auf enge finanzielle Spielräume. Viele Betriebe seien auf staatliche Zahlungen angewiesen. Doch diese sind oft zu knapp, um ambitionierte Ziele zu Klimaschutz, CO2-Reduktion und Gebäudeertüchtigung zu erreichen. Für die Bank sei dies ein „spannender Tradeoff“, räumt Fröhlich ein.

Nachdem eine Sozialtaxonomie politisch versandet ist, hofft Fröhlich auch regulatorisch auf einen pragmatischen Ansatz, um Erleichterungen für Investitionen in soziale Infrastruktur wie Pflegeheime oder Schulen zu erzielen. Diese könne man beispielsweise unter dem Oberbegriff „kritischer Infrastruktur“ erfassen, so sein Wunsch. „Ich glaube, das funktioniert auch besser und schneller, als erstmal wieder eine Regulierung zu schaffen.“

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