Unternehmen suchen den Business Case für Nachhaltigkeit

Shownotes

Seit 2022 geben Unternehmen und Finanzmarktakteure für den Sustainability Transformation Monitor Auskunft zur Transformation der Wirtschaft. Mit mehr als 820 befragten Organisationen aus Realwirtschaft und Finanzwirtschaft zählt der Monitor zu den umfassendsten Erhebungen. Bei der jüngsten Auflage gab es eine Neuerung – und die hatte es in sich: „Wir hatten eine neue Frage hinzugefügt zum Business Case“, berichtet Jakob Christof Kunzlmann, Senior Expert im Bereich Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft bei der Bertelsmann Stiftung, im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung.

Das Ergebnis sei für die Nachhaltigkeits-Community nicht besonders positiv ausgefallen, berichtet Kunzlmann, der den Monitor verantwortet hat. 83% der befragten Unternehmen sehen demnach keinen Business Case für Nachhaltigkeit. Zwar erkennen 43% der Unternehmen einen finanziellen Mehrwert darin, dass ihr Unternehmen in nachhaltige Transformation investiert. Doch dieser Mehrwert liegt noch unter den damit verbundenen Kosten. Teile der Community haben es Kunzlmann zufolge sehr positiv aufgenommen, dass der Report den Finger in diese Wunde lege. „Es ist nicht alles ein Win-Win-Wonderland. Es gibt Zielkonflikte.“

Allerdings gab es auch Kritik. Manche hielten die Fragestellung für „unterkomplex“, sagt Kunzlmann. Tatsächlich sei es nicht leicht, den Business Case von Nachhaltigkeit sofort finanziell nachzuweisen, räumt er ein. Das anfängliche Investment könne man zwar messen, etwa den Aufwand für den Aufbau von Know-how oder für ein Reporting-System. Langfristige positive Effekte hingegen seien schwieriger zu ermitteln. „Das kann ich noch nicht nach einem halben Jahr, wenn ich das erste Mal ein Reporting-System aufgebaut habe, klar sagen.“

Derzeit bremsen seiner Ansicht nach auch unsichere Rahmenbedingungen die Investitionen in Nachhaltigkeit. Er sieht „einen ziemlichen Zickzackkurs in der Politik zur Nachhaltigkeitstransformation“. Unternehmen fehle es an Planungssicherheit. Intern setzt das manche ESG-Stäbe unter Druck. „Wir wissen, dass Budgets auch teilweise eher rückläufig sind“, sagt Kunzlmann. Allerdings sieht er einen Nachholeffekt in bestimmten Bereichen der Wirtschaft: „Die Großunternehmen haben schon in den letzten Jahren viel gemacht. Jetzt zieht der Mittelstand so ein bisschen nach.“

Auch auf Bankenseite ist seiner Einschätzung nach viel passiert – nicht zuletzt, weil die Institute aufsichtsrechtlich angehalten sind, ESG-Daten in ihr Risikomanagement zu integrieren. In Finanzierungsgesprächen spielt Nachhaltigkeit allerdings eine abnehmende Rolle, darin sind sich Unternehmen und Banken einig. Während Sustainability-linked-Produkte vor allem von Großkonzernen genutzt würden, dominierten im Mittelstand klassische Förderprodukte, beobachtet Kunzlmann. Er ist dennoch überzeugt, dass Unternehmen sich dem Thema Nachhaltigkeit weiter widmen werden – und Banken ohnehin: „Transformation benötigt Kapital, und Banken verleihen Kapital. Das ist für die schon mal ein Business Case.“

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:06: Nachhaltiges Investieren,

00:00:08: das Sustainable Finance Podcast der Börsen-Zeitung.

00:00:11: Diese Episode wird präsentiert von Union

00:00:14: Investment.

00:00:16: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Nachhaltiges Investieren dem Sustainable finance podcast der Bürsen-Zeltung!

00:00:22: Ich heiße Sabine Reifenberger bin Redakteurin bei der Børsen Zeitung und heute wollen wir mal einen Spannungsfeld auf den Grund gehen.

00:00:30: Die Infrastruktur für Nachhaltigkeit ist an sich gebaut.

00:00:33: Wir haben die Governance Strukturen, die ISG-Daten sind da und es stellt sich so ein bisschen die Frage warum fließt der nicht mehr Kapital in diesen Bereich?

00:00:41: Und dieser Frage ist der Sustainability Transformation Monitor nachgegangen.

00:00:46: den verantwortet man.

00:00:47: heutiger Gast bei mir ist Jakob Christoph Kunzelmann.

00:00:50: er ist Senior Expert im Bereich nachhaltige soziale Marktwirtschaft bei der Bertelsmann Stiftung und heute bei uns im Studio.

00:00:56: schön dass Sie da sind.

00:00:57: herzlich willkommen!

00:00:58: Vielen Dank für die Einladung

00:00:59: Herr Künzelmann, wer es nicht kennt der Monitor ist eine sehr breite Markterhöhbung.

00:01:05: Sie befragen mehr als acht hundertzwanzig Häuser davon.

00:01:09: Vierhundertsiebzig Unternehmen aus der Realwirtschaft und was ganz interessant ist sie stellen das gegenüber mit drei Hundertfünfzig Teilnehmern aus der Finanzwirtschaft also sprich aus Banken.

00:01:19: Sie machen das auch nicht zum ersten Mal in diesem Jahr sondern das ist tatsächlich ein ein sehr etabliertes Instrument.

00:01:26: bevor wir in die Details einsteigen Vielleicht können Sie mir mal verraten, ob es ein Ergebnis gab im Report was sie in diesem Jahr überrascht hat wo sie vielleicht nicht mit gerechnet hätten.

00:01:36: Wir hatten eine neue Frage hinzugefügt zum Business Case und die ging für die Nachhaltigkeits-Community so aus dass sie nicht besonders positiv war und das hat sehr große Diskussionen hervorgerufen.

00:01:50: können wir gleich gerne noch darauf eingehen?

00:01:52: Das ist tatsächlich der Punkt, der mich auch direkt angesprungen hat.

00:01:56: Sie haben nämlich gefragt, gibt es diesen Business Case für Nachhaltigkeit?

00:02:02: Ereinachtzig Prozent der Unternehmen haben gesagt sie sehen keinen Business Case for Nachhaltigkeit.

00:02:06: also relativ enttäuschend.

00:02:08: Es gab einige die gesagt haben wir sehen zwar einen finanziellen Mehrwert aber Der war nicht so hoch wie die Kosten die mit nachhaltigkeit im zusammenhang stehen.

00:02:17: Hätten sie das denn erwartet dass das so kommt?

00:02:20: Ich würde jetzt nicht damit spielen, ob wir das erwartet haben oder nicht.

00:02:23: Das ist eine Befragung von von achtundzwanzig Organisationen und Unternehmen der Real- und der Finanzwirtschaft.

00:02:29: Und die Expertinnen und Experten,

00:02:32: d.h.,

00:02:32: die Nachhaltigkeitsbeauftragten teilweise Head of Sustainability gefragt.

00:02:38: Und das Ergebnis ist das was uns von den Experten in den Unternehmen zurückgemeldet wurde.

00:02:44: Dass es so ausgegangen ist finde ich ist nicht besonders überraschend.

00:02:48: Es gibt, glaube ich, gibt einen Diskurs der stark in die Richtung geht weil man dieses Thema auch fördern will.

00:02:54: das viel funktioniert und ich glaube wir haben jetzt auch in die Debatte durch dieses Ergebnis etwas hineingebracht wo wir den Fingern ein bisschen in die Wunde legen und auch sagen es ist nicht alles Win-Win Wonderland.

00:03:08: es gibt Zielkonflikte und da wurden wir von Teilen unserer Community dann Ja, die fanden das dann auch ganz gut.

00:03:17: Dass auch gesagt wird ja es ist nicht alles alles so wahnsinnig toll.

00:03:21: Es heißt dir immer Nachhaltigkeit und Profitabilität sind kein Widerspruch.

00:03:25: muss man das ein Stück weit überdenken nach diesen Ergebnissen?

00:03:29: Nein ich glaube in den letzten In den letzten Jahren ist ganz viel gemacht worden Und natürlich auch zu Recht.

00:03:35: wir müssen uns für gegenwärtigen dass es bestimmte Zielsetzungen gibt die wir uns in Deutschland auffälligt haben Und die sollen erreicht werden, wenn wir das nicht machen.

00:03:45: Sind die Kosten unglaublich hoch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten?

00:03:49: Das heißt, die Zielsetzung stimmt.

00:03:51: Die Frage ist wie kommen wir da hin und wie kommen auch sohin dass wir einen sozialen Ausgleich hier haben und eine Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.

00:04:00: Ich glaube es ist die Frage und jetzt geht's eben darum, wie wir miteinander ringen und wie wir miteinander aushandeln, wie Profitabilität, Wett Bewerbsfähigkeiten nachhaltigkeitsorientierung und vielleicht um das neu hinzuzufügen, so ein bisschen Resilienz wie das Hand in Hand gehen kann.

00:04:17: Jetzt haben sie schon gesagt es ist ein Ergebnis was durchaus in der Community auch diskutiert wird und gehört wurde.

00:04:24: Sie sagten schon manche fanden es ganz gut auch mal drauf hinzuweisen dass vielleicht nicht alles super toll funktioniert.

00:04:30: gab's denn auch Gegenstimmen?

00:04:32: Haben Sie Kritik bekommen?

00:04:34: Ja, das war für uns sehr, sehr interessant.

00:04:36: Also vielleicht muss man noch einen Schritt zurückgehen.

00:04:39: in den letzten Jahren ist wahnsinnig viel in den Unternehmen aufgebaut worden.

00:04:43: Das sehen die Daten der STM misst seit zwanzig-zweiundzwanzig regelmäßig Real und Finanzwirtschaft Und ganz vieles im Bereich Governance Strukturen passiert.

00:04:52: Im Bereich Decarbonisierung passiert Wahnsinnig Viel.

00:04:55: auch im Bereich Berichterstattung Sie kennen die Omnibus Debatte Ist jetzt ein bisschen Ruhe eingekehrt und jeder weiß was er oder sie zu tun hat.

00:05:03: Es ist wahnsinnig viel passiert und jetzt scheint dieses Thema in Richtung einer Konsolidierung zu laufen.

00:05:10: Wir sehen in den Daten, dass nicht mehr so schwungvoll aufgebaut wird das teilweise auch Stäbe abgebaut werden in der Tendenz wir wissen das Budgets auch teilweise eher rückläufig sind.

00:05:26: dass viel, viel weiter gemacht wird.

00:05:28: Das Weiterfall mit Mittelstand ein bestimmter wie nenn es Nachholeffekt passiert.

00:05:33: die Großunternehmen haben schon in den letzten Jahren viel gemacht.

00:05:36: jetzt zieht der Mittelstand so ein bisschen nach.

00:05:39: und zu ihrer Frage nach der Debatte Es waren so zwei Lager Die einen die gesagt haben gut Finger in die Wunde Jetzt kommt das Thema mal auf den Tisch Und wir können Darum ringen Wie wir dieses Thema lösen.

00:05:51: Und dann gab es auch eine schon auch relevante Anzahl von Personen und auch so eine Gruppe, die gesagt hat.

00:05:58: Dass diese Frage, die wir gestellt haben nach dem Mehrwert von sozialen und ökologischen Aspekten für den finanziellen Mehrwert dass das unterkomplex war.

00:06:08: Und diese Kritik kann ich teilweise auch nachvollziehen weil wenn man nach dem Business Case fragt und wir hatten die Daten letzten Herbst bis November erhoben Dann ist es nicht leicht, den Business Case von Nachhaltigkeit sofort finanziell nachzuweisen.

00:06:25: Es geht ja darum dass man dann sagen kann finanzieell lohnt sich das momentan zum Zeitpunkt X mehr als wenn wir das nicht täten.

00:06:34: und im Bereich Nachhaltigkeits ist es immer relativ einfach dieses Anfangsinvest zu messen.

00:06:39: ich weiß ich muss Leute einstellen ich muss Expertise aufbauen Ich muss ein Reporting System aufbühren.

00:06:46: Das kann ich relativ schnell quantitativ ausdrücken, dass die langfristigen positiven Mehrwerte beispielsweise in der Berichterstattung nicht so leicht messbar sind.

00:06:58: Das ist einfach der Natur der Sache geschuldet!

00:07:00: Ich hab ja auch nicht unbedingt ein Vergleichscase, ne?

00:07:02: Genau.

00:07:03: Das Thema ist ja auch neu für alle!

00:07:04: Das Thema wird in vielen Unternehmen einfach neu jetzt eingeführt und da geht es darum wie man das macht und wie man dann auch langfristig transitorische physische Risiken einpreist die dann dazu beitragen dass ich langfristige Wettbewerbsfähigkeit bleibe.

00:07:19: Das kann ich aber noch nicht nach einem halben Jahr wenn ich das erste mal ein Reportingssystem aufgebaut habe klar sagen

00:07:26: Jetzt ist ja so ein bisschen die Frage, was könnte man vielleicht tun um dahin zu kommen und diese möglichen wirtschaftlichen Effekte auch spürbar zu machen.

00:07:35: Da ist ja immer auch so eine bisschen die frage wer es sozusagen da am Drücker?

00:07:39: Es gibt ja immer diese Debatte.

00:07:41: müssten die Unternehmen vielleicht eher überlegen wie sie sich aufstellen?

00:07:45: oder ist da auch vielleicht die Finanzwirtschaft gefragt beispielsweise indem man sagt wir bepreisen ESG Aspekte in Unternehmensfinanzierung.

00:07:53: Sie haben ja beide Gruppen in der Befragung, wen sehen sie da am Drücker?

00:07:58: Und vielleicht wenn sie es wissen.

00:08:00: Wie waren auch so die Rückmeldungen aus den beiden Lagern zu diesem Thema?

00:08:04: Business Case?

00:08:05: also sie sagten ja es gab die Kritiker und das gab die die sagen können wir nachvollziehen kann man die sozusagen entlang dieser Linie irgendwie unterscheiden?

00:08:13: Ich würde zu dieser zweier Gruppe gerne noch die Politik hinzunehmen, denn das ist glaube ich auch ein relevanter Player in dieser Frage.

00:08:20: Inwieweit es den Business Case gibt von Nachhaltigkeit?

00:08:22: Also erst mal Business Cases immer höchst individuell pro Unternehmen.

00:08:27: wir sehen bei der Finanzwirtschaft dass Banken sich positionieren das Banken Know-how aufbauen das banken begleiten wollen.

00:08:33: Banken geben auch Produkte heraus, Sustainability Linkprodukte etc.

00:08:39: Die können alle angewendet werden.

00:08:42: Wir sehen auf der Realwirtschafts-Zeite, dass viele Unternehmen einiges gemacht haben in den letzten Jahren und wenn Sie sich erinnern die erste zur Omnibusdebatte da waren die Schwellenwerte am Anfang doch stark anders und wir haben in dem ersten Daten vor zwei Jahren als wir das dann untersucht haben und auch letztes Jahr gesehen dass Unternehmen vorbereitet waren.

00:09:05: Unternehmen können schwierige Dinge managen, die können mit Risiken umgehen.

00:09:09: und jetzt kommt dieser dritte Player ins Spiel – die Politik!

00:09:13: Und da muss ich so ein bisschen sagen sehe ich ein paar Versäumnisse weil es einen ziemlichen Zickzackkurs in der Politik zur Nachhaltigkeits-Transformation gibt und das zeigt sich meines Erachtens an mehreren Stellen.

00:09:31: Und die Folge dieses Zickzack-Kurses ist, dass Unternehmen keine Planungssicherheit haben.

00:09:37: Und investiert wird wenn ein Unternehmen Planungssicherheit hat und wenn bei Omnibus bestimmte Schwellenwerte ich muss berichten und es wird Millionen investiert und zwei Jahre später werden dann die Schwellennwerte angehoben.

00:09:50: das ist ein Problem.

00:09:50: genau das gleiche mit der Elektromobilität, Wärmewende etc.

00:09:56: Da gibt's viele Beispiele.

00:10:00: Wenn wir die Rahmenbedingungen hätten, wenn es Planungssicherheit gäbe dann wären Unternehmen bereit glaube ich auch in nachhaltigere Produkte zu investieren weil der Planungshorizont von Unternehmen einfach längerfristig ist und das muss sich rentieren.

00:10:17: Sie hatten ja auch glaube ich nach Hemmnissen gefragt.

00:10:19: unter waren ja auch fehlende Marktanreize sehr weit vorne.

00:10:23: Auch das ist ja wahrscheinlich was, wo man sich fragen kann.

00:10:25: Wer stellt diese Anreize her?

00:10:27: Wenn wir jetzt mal diesen Dreiklang Politik-Finanzwirtschaft unternehmen nehmen, wäre es auch wieder die Politik aus Ihrer Sicht, wenn wir uns sie vorne sehen?

00:10:35: Nein also die Politik kann glaube ich nicht alles regeln.

00:10:39: Es geht da wirklich um Rahmenbedingungen und nicht um Mikromanagement.

00:10:43: Ich glaube dass wir in Deutschland gerade in einer schwierigen Wettbewerbssituation sind.

00:10:49: Wir haben geopolitische Verschiebungen, die hatten wir einfach vor ein paar Jahren noch nicht.

00:10:54: Und Nachhaltigkeit ist in Unternehmen gerade depriorisiert worden und es ist eine unter mehreren Herausforderung – das war auch vor fünf Jahren nicht der Fall!

00:11:07: Die relative Relevanz von Nachhaltigkeit hat einfach abgenommen, auch wenn die absolute Relevance weiter da ist.

00:11:14: mit der Natur lässt sich nicht verhandeln.

00:11:15: ich glaube die Hitzewelle in den vergangenen Wochen hat das auch eindrücklich gezeigt.

00:11:21: Wenn Sie sagen, es gibt diese Depriorisierung würden sie sagen, dass ist jetzt eine vorübergehende Delle weil andere Themen also dringlicher wahrgenommen werden.

00:11:31: oder ist das vielleicht auch so einer Art struktureller Rückzug?

00:11:34: Dass man sagt, das Thema kommt vielleicht gar nicht mehr wieder auf das Level wo's anfangs war?

00:11:38: Ich würde nicht sagen, ich glaube, dass es ne Backlash-Debatte gibt.

00:11:45: Politik in den Medien auch gesellschaftlich.

00:11:48: Was wir in den Daten sehen, dass es kein Backlash sondern eine Konsolidierung ist.

00:11:52: und wenn man sich die Daten dann im Zeitverlauf ansieht, dann ist es so das wahnsinnig viel aufgebaut wurde und jetzt so ein Plateau sich gebildet hat.

00:12:01: Es gibt Tendenzen, rückläufige Tendenz sind aber noch nicht so stark, dass alles wieder abgebaut wird was in den letzten Jahren aufgebaut.

00:12:09: Was ich schon sagte im Bereich Decarbonisierung, Datenverflügbarkeit ist wesentlich besser.

00:12:14: Wir haben Daten über Scope-Eins-, zwei-, drei Emissionsdaten.

00:12:19: das machen immer mehr Unternehmen.

00:12:21: sie setzen sich Ziele es auch in der Strategie vermehrt zu finden.

00:12:26: Der Mittelstand holt nach hatte ich schon gesagt.

00:12:31: Also wir sehen, und das ist so ein kleiner Gap den wir auch ausmachen zwischen der Debatte die um eine Nachhaltigkeitstransformation geführt wird.

00:12:39: Und dem was auf Unternehmensebene passiert.

00:12:42: da wird nicht weiter aufgebaut aber es wird jetzt nicht alles wieder zurückgefahren.

00:12:46: Das heißt die ESG verantwortlichen mit denen sie sprechen?

00:12:48: Die sitzen nicht alle frustriert im Ex sondern da ist durchaus noch Dynamik dar.

00:12:52: Ich glaube Sie haben nicht mehr das gesellschaftliche und politische Backing.

00:12:57: Sie müssen vermehrt auch argumentieren intern für ihr Budget, für andere Dinge.

00:13:03: Es ist nicht mehr diese Phase.

00:13:05: wir wollen alle in eine bestimmte Richtung aber die werden jetzt nicht völlig reinweise

00:13:11: entlassen.".

00:13:12: Was ich ganz spannend fand wenn wir nochmal auf die Finanziererseite wechseln.

00:13:15: Die Banken sagen ja immer auch gerne nach außen und sehr medienwirksam.

00:13:18: Wir möchten Transformationsbegleiter sein und wir möchten Unternehmen dabei zur Seite stehen.

00:13:23: Und dennoch ist laut ihren Daten die Bedeutung von Nachhaltigkeit in Finanzierungsgesprächen zurückgegangen, und zwar recht deutlich.

00:13:30: Acht Prozentpunkte bei den Unternehmen, neun bei den Banken – das ist ja eigentlich ein bisschen Widerspruch.

00:13:36: wie erklären Sie sich das?

00:13:37: Wir sehen von Bankenseite, die aufsichtsrechtlich auch dazu vermehrt angehalten sind ESG-Daten in ihr Risikomanagement zu integrieren etc.

00:13:49: Das da wahnsinnig viel passiert.

00:13:51: und wir sehen diese Angebotseite, da ist das Angebot dar auch ein bisschen Unterschied zwischen großen Häusern, großen Privatbanken und ein bisschen kleineren die da auch ein bischen nachholen jetzt also selber Expertise aufbauen Und auch bestimmte Produkte rausgeben.

00:14:09: Wir sehen aber auf der Nachfrage Seite nicht die Nachfrage da ist.

00:14:15: Bei Sustainability-Link-Produkten ist es so, dass das vor allem von großen Unternehmen genutzt wird.

00:14:21: Ansonsten sind es wirklich Förderprodukte, die eher in der Breite genutzen werden auch von Mittelständlern.

00:14:28: Ansoßen ist das Thema eben noch nicht in der breiten Mittelstand in Deutschland angekommen.

00:14:35: Ich glaube aber dass dieses Thema jetzt weggeht.

00:14:40: Ich glaube, es gibt eine Delle.

00:14:41: das ist verschiedenen Herausforderungen geschuldet aber das Thema bleibt und Unternehmen werden sich dem widmen.

00:14:48: ich bin auch überzeugt, dass Banken sich diesem Thema weiter widmen werden weil Transformation benötigt Kapital und Banken verleihen Kapital.

00:14:57: Das ist für die schon mal ein Business Case Und sie sind auch noch aufsichtsrechtlich dazu verpflichtet.

00:15:03: Ich glaube, da wird auf Bankenseite dabei geblieben und ich bin auch der Überzeugung dass Unternehmen dort weiter machen, weil es vermehrt ins Risikomanagement integriert wird.

00:15:15: Jetzt haben Sie ja die Realwirtschaft und die Finanzwirtschaft beide.

00:15:19: gibt es bestimmte Trendlinien wo Sie sagen da kann man die Ergebnisse wirklich quasi blind zuordnen oder sind die eigentlich recht ähnlich in ihren Aussagen?

00:15:31: Naja, wir unterscheiden ja bei der Befragung.

00:15:33: Eine Bank ist sowohl Finanzmarkt als auch ein realwirtschaftliches Unternehmen mit einem Nachhaltigkeitsmanagement.

00:15:39: was vielleicht ganz interessant ist und das ist auch dem Design dieses Fragebogens geschuldigen nennen dass das Schlüssel-Schloss Prinzip dass wir Erwartungen abfragen.

00:15:48: Also beispielsweise, was erwarten denn realwirtschaftliche Unternehmen von Banken bei der Nachhaltigkeitstransparenz?

00:15:54: Sie erwarten eben das begleitet wird.

00:15:57: Sie erwarteten auch, dass Kredite etwas billiger werden wenn sie in dem Nachhaltighatsbereich gut sind.

00:16:04: und die Frage ist dann und das fragen wir auch die Banken wiederum Was kann denn erfüllt werden?

00:16:08: wo sehen sich diese Institute?

00:16:12: Wir sehen da, dass die Begleitung von realwirtschaftlichen Unternehmen eben noch nicht so positiv wahrgenommen wird wie das von Banken auch angeboten wird.

00:16:21: Und ich glaube, da ist auch noch ein kleiner Gap, das gefüllt werden muss.

00:16:25: Woran hängt es denn?

00:16:27: Dass es da diese Diskrepanz gibt?

00:16:28: Ich glaube, dass Banken teilweise aus genannten Gründen etwas weiter sind als die Realwirtschaft.

00:16:37: Die Nachhaltigkeits-Transformation wenn sie wirklich in der Breite kommen sollte, eben über nachhaltigere Produkte werden stärker nachgefragt.

00:16:47: Nachhaltige Produkte sind vielleicht sogar irgendwann mal billiger als konventionell hergestellte Produkte.

00:16:53: wenn es da die Rahmenbedingungen irgendwo dafür gäbe dann würde diese Nachhaltigkeitstransformationen und nachhaltigen Produkte auch in der Breite im Mittelstand einzughalten.

00:17:02: das heißt ich glaube dass es diesen Business Case in der Realwirtschaft auf jeden Fall geben muss.

00:17:08: und auf der anderen Seite, und dazu sind aber Banken schon angehalten, muss in die Kreditvergabe vermehrt ESG-Daten rein.

00:17:16: Und sie müssen eben auch relevant

00:17:17: sein.".

00:17:18: Das heißt beim Thema Rahmenbedingungen sind wir aber ein Stück weit auch letztlich wieder beim Playerpolitik den wir schon hatten?

00:17:24: Die Rahmenbedingerung kann ja nur die Politik machen ist das auf jeden Fall und ich glaube im Finanzbereich da passiert eine Menge und bei der Realwirtschaft wurde jetzt Mit diesem ganzen Omnibus-Berichterstattung wurde ziemlich viel Porzellanz erschlagen erst mal.

00:17:41: Das hat diesen Thema auch überhaupt nicht gut getan und ich glaube jetzt schütteln sich die Unternehmen ein bisschen, man ist vielleicht weniger euphorisch noch dieses Thema gegenüber eingestellt aber es wird weiter zunehmen wenn ich mir das anschaue, auch relevanter werden.

00:17:58: Auch weil sowas wie Resilienz – was ist der Beitrag von einer Nachhaltigkeitsorientierung in einem Unternehmen bezüglich einem resilienteren Geschäftsmodell?

00:18:10: Ich glaube, das sind so neue Perspektiven die sich jetzt gerade auftun und die auch zunehmend relevant werden.

00:18:15: Jetzt haben Sie ja schon gesagt Schlüssel-Schlossprinzip.

00:18:18: Es passt schon einigermaßen zusammen aber die Tür geht vielleicht noch nicht so richtig weit auf!

00:18:24: Wenn Sie persönlich jetzt einen Hebel sich überlegen könnten, den Sie gern umlegen wollen wo sie sagen das würde uns helfen.

00:18:31: Das würde einige dieser hier genannten Schwierigkeiten auflösen.

00:18:35: was wäre so eine Schraube an der Sie gerne drehen würden?

00:18:38: Ich glaube dass die Debatte um ETS II wirklich wenig Sinn macht weil das ein marktwirtschaftliches Instrument ist was politisch auch ne breite Zustimmung erfahren hat Und ich bin sehr der Meinung, dass das so wie vereinbart jetzt vonstatten gehen soll.

00:19:01: Vielleicht sogar auch noch ausgewaltet auf andere Sektoren.

00:19:04: dann weil Unternehmen können mit solchen Herausforderungen sehr gut umgehen ihre Geschäftsmouldern anpassen und ich glaube es wäre ein Hebel in diesem ganzen CO-Dekarbonisierungsbereich wahnsinnig viel zum Positiven verändern würde.

00:19:22: für alle Seiten

00:19:23: Unterschätzt man manchmal vielleicht auch die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen?

00:19:26: Ja, auf jeden Fall.

00:19:27: Das bin ich mittlerweile auch wirklich der Meinung und das war für mich ein Learning.

00:19:32: Unternehmen gehen voran.

00:19:34: Unternehmen können mit Unsicherheit schwierig umgehen aber Unternehmen können Herausforderungen meisten, können komplexe Dinge meistern.

00:19:43: Sie waren bei der Berichterstattung schon viel weiter als noch drüber debattiert wurde dass das Unternehmen völlig überlastet sind.

00:19:50: Ich bin absolut der Meinung, dass das Unternehmen da viel, viel resilienter schon sind und auch vorausgehen können.

00:19:56: Das weckt ja durchaus Hoffnung zumindest.

00:19:58: Das heißt beim nächsten Sustainability Transformation Monitor vielleicht auch noch mal ein bisschen mehr Übereinstimmung zwischen Schloss und Schlüssel.

00:20:07: Ich bin gespannt auf die diesjährigen Daten.

00:20:09: Wir starten im September wieder mit der Erhebung, freuen uns über eine starke Beteiligung weil wir mehr mitmachen, dass du gewichtiger auch die Daten und desto besser können wir auch der Politik deine Rückmeldung geben wie bestimmte Regulierung dann auch wirkt und in welche Richtung sie wirkt.

00:20:24: Und das ist das was wir mit diesem Instrument auch wollen.

00:20:28: Ich bin sehr gespannt, was Sie herausfinden und wie es mit der Suche nach dem Business Case von Statten geht.

00:20:33: Ich danke Ihnen ganz herzlich dass ihr heute bei uns waren für die Einschätzung.

00:20:36: das war Jakob Christoph Kunzelmann von der Bertelsmann-Stiftung vielen Dank.

00:20:40: ich danke Ihnen fürs Gespräch!

00:20:49: Und natürlich darf auch in dieser Episode Der Blick in die Breite nicht fehlen.

00:20:53: dafür ist mein Kollege Wolf Brandes beim Jahr.

00:20:55: Hallo Wolf!

00:20:56: Hallo!

00:20:57: Wolf lasst uns mal starten mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche.

00:21:02: die europäische Aufsicht, die IOPA.

00:21:06: Die will jetzt messen wie viel die Versicherer wirklich zur grünen Transformation beitragen?

00:21:12: Und die Branche hat allerdings ein bisschen Sorge dass da vielleicht überzogene Erwartungen insbesondere auch einen hoher Datenaufwand mit einhergehen könnten.

00:21:20: Was hat denn die IEPA konkret vor?

00:21:23: Die Europäische Versicherungsaufsicht will die Nachhaltigkeitsangaben von Versicherern unter der EU Taxi-Nui überarbeiten.

00:21:32: Seit dem ersten Juli läuft an dieser Konsultation.

00:21:34: Stellungnahmen sind bis zum Zwölfnogust möglich.

00:21:37: Ziel ist es, die Berichte transparenter einfacher und besser vergleichbar mit anderen Regeln für nachhaltige Finanzen zu machen.

00:21:44: Und was sind da die wichtigsten Kennzahlen?

00:21:47: Im Mittelpunkt steht der sogenannte Underwriting KPI.

00:21:51: er soll zeigen welcher Anteil das Nicht-Lebengeschäft eines Versicherers als ökologisch nachhaltig gilt.

00:21:58: Europa findet den Namen zu allgemein.

00:22:01: Bei der Den-Andung erwecken kann alle Umweltziele der Taxonomie sein erfasst.

00:22:05: Tatsächlich geht es vor allem um Beiträge zur Anpassung an den Klimawandel, deshalb soll die känzalkünftig Adaption Underwriting KPI

00:22:15: heißen.".

00:22:16: Das mit dem Namen ist tatsächlich so eine Sache!

00:22:18: Es gibt nämlich auch noch einen Green-Insured Activities KPI – was ist das denn dann genau?

00:22:24: Ja, das ist richtig…das ist eine mögliche!

00:22:26: neue Kennzahl, die anzeigen soll welcher Anteil der versicherten Aktivitäten taksimiekonform ist.

00:22:33: Nicht mehr nur das Versicherungsprodukt steht im Zentrum sondern die wirtschaftlichen Aktivität und Vermögenswerte, die durch den Versicherungsschutz abgesichert werden.

00:22:43: als Vorbild dient die grün asset ratio der

00:22:45: Banken.".

00:22:46: Und jetzt ist ja immer bei Daten so ein bisschen das Thema der Verfügbarkeit auch.

00:22:51: wie sieht es denn da aus in der Versicherungsbranche?

00:22:53: Ja, ein Problem.

00:22:54: Eine solche Kennzahl steht und fällt mit belastbaren Daten über Kunden und versicherte Vermögenswerte.

00:23:00: Schon für Erstversicherer ist das aufwendig!

00:23:03: Für Rückversicherers wird es noch schwieriger weil sie oft nur indirekt mit den ursprünglichen Risiken verbunden sind und viele Geschäftspartner gar nicht verpflichtet sind Taxonomiedaten offen zu legen.

00:23:13: Jetzt haben wir einen Eingang.

00:23:14: schon gesagt, die Branche ist da ein bisschen durchaus auch in Sorge dass da jetzt ein großer Aufwand kommt.

00:23:20: Was waren denn so die ersten Reaktionen?

00:23:22: Wie sind hier ausgefallen?

00:23:24: Munich-Rey unterstützt die Anpassung grundsätzlich und erwartet eine bessere Vergleichbarkeit warnt aber davor ein komplexes Geschäftsmodell in einer einzigen Kennzahl abbilden zu wollen Die Aussagekraft sei begrenzt.

00:23:38: Der Branchenverband GDV hält sich noch zurück, weil die Meinungsbildung erst ganz am Anfang geht.

00:23:51: Wir wechseln mal die Branche.

00:23:52: von Versicherungen zu Automotive weitergeht es mit Tesla.

00:23:56: der Konzern hat den Geschäftsbericht vorgelegt für das Werk in Grünheide.

00:24:00: er hat seine Ausbaupläne bekräftigt.

00:24:03: was genau hat Tesla denn in Grunheide jetzt vor?

00:24:06: Tesla wählt die Produktion im Werk bei Berlin deutlich hochfahrens für prognostiziert, dass Unternehmen eine höhere Produktionsmenge oder eine bessere Auslastung.

00:24:16: Schon in diesem Jahr wurde das Ziel genannt bis zu siebentausend Fünfhundert Fahrzeuge pro Woche zu kommen.

00:24:23: Das wären dreihundertfünfundsechzig tausend im Jahr und die Batteriezellfertigung auszubauen.

00:24:29: Dabei sollen rund dreitausend fünfhundert Arbeitsplätze

00:24:31: entstehen.".

00:24:32: Das klingt ja erst mal gut!

00:24:33: Wie sieht es denn geschäftlich aus?

00:24:35: Was sagen denn die

00:24:36: Zahlen?!

00:24:37: Die deutsche Tesla-Tochter hat im Jahr ein höheren Jahresüberschuss von siebensebzig Millionen Euro erzielt, ein Plus von rund zwanzig Millionen Euro gegen vierundzwanzig.

00:24:47: Die Umsatzerlöse sanken allerdings von siebkoma sieben auf siebenkoinz Milliarden Euro.

00:24:52: Vom Band liefen zweihundert zweitausend Fahrzeuge etwas weniger als im Vorjahr – hauptsächlich wegen der Modellumstellung.

00:24:59: Produziert wird dort das Model Y, das Meitzverkaufte E-Auto in Europa.

00:25:05: Jetzt wissen wir ja aber alle, die Rahmenbedingungen sind gesamtwirtschaftlich nicht so ganz einfach.

00:25:11: Was heißt das denn mit Blick auf die Risiken für Tesla?

00:25:15: Ja vor allem die geopolitische Spannung und mögliche Unterbrechung der Lieferketten sind ein Problem.

00:25:20: auch Die vollständige Batterie Wertschöpfung in Grünheide bleibt an wirtschaftliche Rahmenbedinger geknüpft weil die Zellproduktion in Europa im Vergleich zu den USA oder China schwieriger ist.

00:25:31: Zudem rechnet Tesla mit noch härterem Wettbewerb und verweist auf begrenzte eigene Ressourcen.

00:25:37: Die Politik hat ja beim E-Auto auch mit unter gewisser Anreize schaffen wollen, welche Rolle spielen denn staatliche Kaufprämien?

00:25:45: Eine große!

00:25:46: Tesla profitiert von der Elektroförderung stärker als jeder andere Hersteller.

00:25:51: Bis Ende Juni wurden aus dem bis zu drei Milliarden Euro schweren Programm rund fünfzig Millionen Euro ausgezahlt.

00:25:59: Bei den bewegten Förderfällen nach Marken lag Tesla mit zwei tausend sechsenundsechzig Vorzeugung Form vor Scooter und Renault.

00:26:08: Nach Konzernen betrachtet führt Furchtswagen

00:26:17: So, wir wechseln nochmal eine Branche weiter und kommen in die Luftfahrt.

00:26:21: Erbus und der Triebwerkshersteller MTU haben angekündigt dass sie gemeinsam an klimafreundlicheren Antrieben arbeiten wollen.

00:26:28: da ist ein Join Venture geplant das soll den Weg zu wasserstoffbasiertem Fliegenebenen.

00:26:35: Das Fliegen arbeitet ja schon lange an seinem CO-Zweierpro, gilt aber als besonders schwer zu dekarbonisieren.

00:26:42: Was haben denn Airbus und MTU jetzt geplant?

00:26:45: Die beiden Unternehmen planen ein Gemeinschaftsunternehmen das Brennstoffzellen Triebwerke entwickeln soll.

00:26:51: Zusammen wollen sie einen wasserstoffbasierten Antrieb für die Luftfahrt vorantreiben.

00:26:56: Aus Sicht von Airbus ist das der nächste logische Schritt hin zu einer gemeinsamen Vision vom wasserstoffbasierten Fliegen.

00:27:03: Und wie genau würde das dann funktionieren?

00:27:06: Der Hebel liegt bei den Emissionen.

00:27:09: In einer Wasserstoff-Brennstoffzelle entsteht der Strom durch eine elektrochemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff, und als Nebenprodukt fällt dabei nur Wassertampf an – nicht das CO², die bei der Verbrennung von Kerosin.

00:27:23: Airbus setzt bei der Entwicklung voll elektrischer Flugzeugantriebe gezielt auf diese Technologie.

00:27:29: Die Luftfahrt zählt zu den Sektoren die sich nur schwer klimaneutral umbauen lässt, deshalb gilt Wasserstoff hier als einer der aussichtreicheren Ansätze.

00:27:39: Und wann genau soll das Dein Adventure starten?

00:27:41: Vorausgesetzt – die behördlichen Genehmigungen liegen vor – soll das neue Unternehmen voraussichtlich den Betrieb aufnehmen.

00:27:49: Es soll den kompletten Lebenszyklus der Brennstoffzellen antriebsstränge abdecken von der Entwicklung über Erprobung und Zertifizierung bis hin zur Kommerzialisierung.

00:28:06: So und zum Schluss wird es noch einmal etwas komplexer.

00:28:09: Es geht nämlich um Kernfusionen, genau genommen um das Münchner Start-up Proxima Fusion.

00:28:14: Die haben Kapital eingesammelt und sind nicht weniger als das bestfinanzierte Fusionsunternehmen Europas mittlerweile.

00:28:22: Wie viel Geld hat denn Proximafusion sich genau gesichert?

00:28:25: Das Unternehmen hat eine Finanzierungsrunde über fourhundert achtundsechzig Millionen Dollar abgeschlossen.

00:28:32: damit steigt die Gesamtfinanzierung auf über sevenhundertvierzig Millionen Dollar.

00:28:37: In dem Deal wurde Proxiger mit zwei Komma sieben Milliarden Dollar bewertet, beteiligt waren unter anderem KfW Capital und die Bundesagentur für Sprunginnovation sowie als Strategie für Investoren Google und RWE.

00:28:49: Also durchaus große Namen dabei.

00:28:51: was macht denn die Technologie von Proxima Fusion interessant?

00:28:56: Bei der Kernfusion wird der Prozess nachgeahmt, der auch in der Sonne abläuft.

00:29:01: durch das Verschmelzen von Atomkern unter hohem Druck und hohen Temperaturen wird Energie frei.

00:29:06: In der Theorie wäre das eine nahezu unerschöpfliche und zugleich grundlastfähige Energiequelle, sie könnte dauerhaft und verlässig Strom liefern.

00:29:16: Anders als bei der Kernspaltung entfällt das Risiko an der Kernschmelze.

00:29:20: uns entsteht kein langlebiger hoch radioaktiver Abfall.

00:29:24: Proxima CEO Francesco Scordigno traut der Person zu, eine ähnliche Bedeutung zu erlangen wie früher die Automobilindustrie.

00:29:32: Durch ausgroße Ziele?

00:29:34: Wie würde das denn technologisch dann ablaufen?

00:29:37: Proxima setzt auf einen Reaktortyp namens Stellarator während viele Konkurrenten auf den sogenannten Tuckermark setzen.

00:29:45: Mit dem frischen Geld soll zunächst in Garching bei München ein Forschungsreakter entstehen.

00:29:50: Bayern stellt dafür vierhundert Millionen Euro bereit.

00:29:53: Die gesamten Baukosten werden auf zwei Milliarden Euro geschätzt.

00:29:56: Später soll im fränkischen Grund remmigen, ein kommerzieller Reaktor namens Stellaris folgen.

00:30:03: Dort baut RWE derzeit noch ein altes Kernkraftwerk zurück.

00:30:07: Also einiges an Zukunftstechnologie.

00:30:09: du wirst für uns weiter dran bleiben.

00:30:11: vielen Dank für den Besuch heute und für das Update.

00:30:13: Das war Wolf Brandes schön dass Du da warst.

00:30:15: Danke auch

00:30:16: Und Ihnen.

00:30:17: darf ich für die Mittelfristplanung schon mal einige Termine an dir handgeben.

00:30:21: am ersten und zweiten Oktober findet der Sustainable Finance Gipfel statt hier in Frankfurt.

00:30:27: das Motto lautet Nachhaltige Finanzierung, Brücke zwischen Finanz- und Realwirtschaft.

00:30:32: Und Sie sehen schon, Oktober ist noch ein bisschen hin bis dahin – es tatsächlich bei den Events weitgehend Sommerpause und auch hier bei uns.

00:30:39: die nächste Episode nachhaltiges Investieren gibt es am dritten September.

00:30:44: Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute, einen schönen Sommer.

00:30:47: Genießen Sie die Zeit und wir freuen uns wenn wir uns dann am dritten September wieder hören.

00:30:51: bis dahin machen sie es gut!

00:30:57: Das war nachhaltiges Investieren der Sustainable Finance Podcast der

00:31:01: Börsenzeitung.

00:31:02: Diese Episode wurde präsentiert

00:31:04: von Union Investment.

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